Freud`sche Apokalypse
... dem Fauste nach
Schweige nicht, Meister,
denn ich ford`re die Wahrheit
von dir.
All deine Geister,
die dich verehrten, fliehen von hier.
Ich wette,
du hast sie alle betrogen.
Gelogen?
Was stehst du und schaust?
Ist`s denn wahr,
dass du auf dem Weg zur Erkenntnis
dich über den eigenen Schatten
nicht traust?
Du hast uns gelehrt,
deinem Vorbild zu folgen.
Gestehe!
Heilig diese Kraft,
ewig dein Thron,
selig das Leben!
Hörst du sie schreien?
Hast nicht du
ihre blinden Augen geöffnet,
sie laufen gelehrt und sich selbst
kasteien?
Du bist am Ende.
Sieh hin und urteile selbst.
Bekenne!
Der Fluch der Macht
entehrt die Krone.
Unwert dieser Tod.
Was willst du nun tun?
Rufen, um
ihrer Flucht Einhalt zu gebieten,
bekehren ihren Antigeist und
verzeihn?
Bemühe dich nicht,
kein Wort wäre das rechte.
Bereue!
Umsonst gekämpft,
wahllos gerichtet,
zweifelhaft gelebt.
Was stört dich daran?
Die Wahrheit,
dass du auf dem Weg zum Erfolge
andere in den Schatten gestellt hast?
Belüge mich nicht,
auch dein Schweigen spricht Bände.
Rien ne va plus!
Listina Arguso, Erstveröffentlichung 1999
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